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Werte wirken. Manchmal gehen sie uns auf die Nerven.

Wir mögen Menschen mit klaren Werten. Bis sie andere haben als wir.

Grafik von Sekhmet: «19 Grundwerte», jeweils mit kurzer Erklärung: 1. Selbstbestimmt Denken, 2. Selbstbestimmt Handeln, 3. Stimulation, 4. Hedonismus, 5. Leistung, 6. Macht, 7. Führung, 8. Das Gesicht wahren, 9. Persönliche Sicherheit, 10. Gesellschaftliche Sicherheit, 11. Tradition, 12. Regelkonformität, 13. Bescheidenheit, 14. Harmonie, 15. Verantwortung, 16. Mitgefühl, 17. Universalismus, 18. Naturschutz, 19. Toleranz.

Dann wird aus ihrem Sicherheitsbedürfnis plötzlich «Du blockierst immer». Aus ihrer Lust auf Veränderung wird «Du musst auch ständig alles umwerfen». Und wer Harmonie wichtig findet, bekommt irgendwann zu hören: «Man kann es halt nicht allen recht machen.»

Erstaunlich, wie schnell wir die eigenen Werte als Haltung feiern und die der anderen als Macke verbuchen.

Gerade in Teams prallen oft Dinge aufeinander, die für sich genommen ziemlich vernünftig sind. Die eine möchte Neues ausprobieren, der andere will erst die Risiken verstehen. Jemand fordert klare Regeln, jemand anderes sieht den Menschen, für den gerade eine Ausnahme nötig wäre.

Alle können gute Gründe haben. Gemütlich wird die Sitzung deshalb noch lange nicht.

Besonders spannend wird es, wenn wir alle dasselbe Wort verwenden und glauben, damit sei alles geklärt. «Respekt» zum Beispiel. Für die eine bedeutet er, offen zu widersprechen. Für den anderen, Kritik unter vier Augen anzusprechen. Beide erwarten Respekt. Beide fühlen sich respektlos behandelt.

Und schon diskutieren wir über den Tonfall, obwohl darunter zwei unterschiedliche Vorstellungen liegen.

Wer Konflikte verstehen will, sollte deshalb auch auf das schauen, was Menschen mit ihrem Verhalten schützen möchten.

Geht es um Selbstbestimmung? Um Sicherheit? Um Gerechtigkeit? Oder darum, vor anderen nicht das Gesicht zu verlieren?

Das macht verletzendes Verhalten nicht akzeptabel. Aber es gibt uns mehr Handlungsmöglichkeiten als die Diagnose «schwierige Persönlichkeit».

Plötzlich lässt sich besprechen, wie Veränderung möglich wird, ohne jede Sicherheit über Bord zu werfen. Wie wir Klartext reden und dabei aufeinander achten. Und wann eine Regel Orientierung gibt oder eine begründete Ausnahme sinnvoll ist.

Führung braucht dafür mehr als hübsche Werte an der Wand. Sie braucht die Bereitschaft, ihre Spannungen auszuhalten und Entscheidungen zu begründen. Auch dann, wenn sich nicht alle Werte gleichzeitig bedienen lassen.

Die 19 Grundwerte in der Grafik helfen, dafür Worte zu finden. Denn «Mit dir stimmt etwas nicht» ist selten ein besonders produktiver Gesprächseinstieg.

Werte wirken. Auch die, die wir beim Gegenüber gerade ziemlich lästig finden.

Kontakt · Uster & Zürich

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